Die Gewinner*innen 2026
Bundes-Schülerfilm-Preis

Under Pressure
written & directed by Enno Wronka, Joscha Bär (2011), 10. Klasse an der IGS Kastellstraße in Wiesbaden
DE · 2025 · 8 min
»Unser Gewinnerfilm vermittelt auf charmant-lustige Weise wertvolle Lebenslektionen und ist ein kraftvolles Zeugnis für die Themen Gemeinschaft, Empathie und mentale Gesundheit. Der Film thematisiert die Herausforderungen, die mit mentaler Gesundheit einhergehen, und ermutigt die Zuschauer*innen, ihre eigenen Erfahrungen zu teilen und eine sichere Gemeinschaft zu schaffen. Er verdeutlicht, wie wichtig es ist, Unterstützung zu suchen und anzunehmen. Die Jury war von der kreativen Umsetzung und dem Teamgeist des Projekts beeindruckt. Dieses Werk ist mit viel Herzblut, Engagement und Einsatz entstanden. Dieser Film hat das Potenzial, eine positive Wirkung auf seine Altersgenoss*innen und die gesamte Gemeinschaft zu entfalten: Seid empathisch - Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, eine unterstützende und inklusive Umgebung zu schaffen, in der jeder gehört und akzeptiert wird.« (Die Jury)
Lobende Erwähnung

Romnja Rangers
written & directed by Jana Beganovic, Jelena Beganovic, Gabi Asanovic, Zlata Stefanovic, Samira Stefanovic, Petra Smailovic (2006-2011)
DE · 2024 · 15 min
»Dieser Film begeistert auf humorvolle Weise und mit viel Girlpower. Der Film vermittelt, wie wir Rassismus aktiv begegnen können, und zeigt, dass wir durch Gemeinschaft Superkräfte erlangen, die uns helfen, uns selbst zu empowern. Ein hervorzuhebendes Element ist der Generationswechsel: Der Film lässt uns hinschauen und ruft uns alle dazu auf, laut zu sein. Jetzt sind wir gefragt! Unser Aller Mut und unsere Stimmen sind entscheidend für eine bessere Zukunft.« (Die Jury)
Deutscher Nachwuchsfilmpreis

Apocalíptica
directed by Diego Oliva Tejeda (1998)
written by Lukas März & Karla Cristóbal
DE · 2024 · 15 min
»Dieser kleine Film ist ein großer Film, in dem wir aus sehr persönlicher Sicht die Angst zweier Frauen erleben. Er wirft ein Licht auf eine scheinbar isolierte Welt in unserer doch so vernetzten Zeit. Er wirft ein Licht auf Menschen fern der Heimat. Wir erleben hautnah und hochemotional, was es heißt, wenn Demokratie und demokratische Strukturen zerbrechen. Dieser Film besticht durch das beeindruckende Schauspiel zweier Frauen unterschiedlicher Generationen. Visualität und Schauspiel bilden eine gelungene Einheit. Hier kommen handwerkliches Können und große persönliche Involviertheit beeindruckend zusammen. Der Film hat eine sehr individuelle Handschrift, schafft es, filmische Mittel intelligent für seine Geschichte einzusetzen. Er lässt uns emotional miterleben, was es bedeutet, weit weg von denen zu sein, die in höchster Gefahr sind. Demokratie ist in Gefahr. Und das nicht nur weit weg auf der Welt. In diesem Film geht es nicht um das ‚ich‘, sondern um das ‚wir‘. Er hat eine Haltung, berührt. Das macht ihn besonders und wichtig. Gerade in Zeiten wie diesen.« (Die Jury)
Deutscher Nachwuchsfilmpreis

Kirschen essen
directed by Nandi Nastasja (1997)
written by Emma Holzapfel, Nandi Nastasja
DE · 2024 · 17 min
»17 Minuten lang lässt uns die Regisseurin durch eine atmosphärisch leuchtende Kamera tief in die Augen der Protagonistin und noch tiefer in ihr inneres Chaos blicken. ‚Ich bin der Antiheld, der unsterblich ist. Kindheit war nicht Disney, sondern ein gottverdammtes Erdbeben‘ - beschreibt der mitreißende Soundtrack. Wir sind so nah dran an der Frage, ob Schuld verjährt, Vergebung möglich und Rache eine Option ist, wenn das Trauma einen täglich einholt. Folgen wir der zitternden Nadel unseres moralischen Kompasses? Zart und voller Power spielt die Hauptdarstellerin, so dass man keinen Moment verpassen und ihrer Figur die Last von den Schultern nehmen will. Ein Film, der das Schweigen über pädophilen Missbrauch bricht und über den Willen, sich die Entscheidungsmacht über sein Leben wieder zurückzuholen!« (Die Jury)
Deutscher Nachwuchsfilmpreis

Schweden
written & directed by Nik Azad (1999)
DE · 2024 · 27 min
»Stellen Sie sich vor, Sie sterben – und der Himmel ist organisiert wie eine deutsche, noch nicht digitalisierte Behörde und sie müssen zunächst eine Vorgangsnummer ziehen. Genau dieses Gefühl fängt der Gewinnerfilm ein: ein After-Life aus endlosen Formularen, Geburtstagsrunden, die nie enden, und einem Drucker, der nicht aufhört zu drucken. Irgendwann, zwischen Papierstau und Existenzkrise, muss der Hauptdarsteller sich fragen was bleibt von uns? Was zählt wirklich? Wars das? Und warum funktionieren wir so geduldig in Systemen, die selbst nicht funktionieren? Diesem Film gelingt mit feinem, trockenem und lässigem Humor einen eigenen Stil zu entwickeln. Kurzweilig, ideenreich und originell überrascht uns der Gewinnerfilm mit unerwarteten Wendungen und tiefen Reflexionen über das Leben. Diese Komödie spielt mit einem Augenzwinkern und einem zärtlichen Blick mit unseren deutschen Tugenden. Ein Film, der uns zwischen Stempel, Akte und Drucker über die Absurdität des Lebens, des Sterbens bzw. des After-Lifes lachen lässt. Schweden ist eine verschmitzte Komödie, die ganz leise an unsere eigene Lebensbilanz rührt. Herzlichen Glückwunsch zu diesem wunderbaren Werk.« (Die Jury)
Lobende Erwähnung

R 52.9 Pain, unspecified
written & directed by Lili Henrike Knickenberg, Amélie Charlotte Gentsch, Christin Gutwasser (2001/2002/2003)
DE · 2024 · 4 min
»Dieser Film arbeitet auf experimentelle Weise mit kraftvollen Bildern, innovativem Schnitt und eindrucksvollem Ton, um ein Gefühl sichtbar zu machen. Wir wünschen uns, dass diese vier Minuten ein fester Bestandteil der Schulbildung werden oder noch besser: dass sie für jeden (Cis)Mann zugänglich sind. So könnten sie ein besseres Verständnis für die Menstruation entwickeln und für den Schmerz, der häufig damit einhergeht.« (Die Jury)
Lobende Erwähnung

Einer von Euch
directed by Amos Ostermeier (1997)
written by Carlos Gerner
DE · 2024 · 9 min
»Eine lobende Erwähnung wollen wir zudem an einen Film aussprechen, der durch seine bemerkenswerte Präzision überzeugt, mit der der Film die Einengung queerer Entfaltung unter dem Druck gewaltvoller Männlichkeit freilegt. Mit austariertem Gespür für Zwischentöne wird hier gezeigt, wie subtil, aber tiefgreifend jene Machtstrukturen sind, die junge Menschen dazu zwingen, sich zu verstellen und zu verleugnen. Beeindruckend in der spielerischen Feinfühligkeit des Ensembles, besonders dessen Hauptdarsteller, findet die Inszenierung eine zarte, gleichzeitig unerbittlich klare Sprache für Juris Ringen zwischen Zugehörigkeit und Selbstverrat - und er tut dies mit einer Sensibilität, die noch lange nachhallt.« (Die Jury)
up-and-coming Int. Film Award

Hide-and-Seek
written & directed by Vitória Vasconcellos (1998)
BR · 2024 · 10 min
»Filmed during a family visit, we follow the older sister as she navigates her way through the city. The focus is on the younger sister's perspective, as she films everything with a video camera. This is a consistent film with a unique perspective. Through its almost documentary-like style and the women's magnificent, delicate acting, the film makes you feel as though you are part of the story. The younger sister's camera acts as a mirror for the viewer, offering an unfiltered and haunting perspective from which it is impossible to escape. This is a fast-paced film. It is attentive and atmospheric, allowing for a close look. This movie depicts two sisters who, despite their love and concern for each other, encounter the harsh reality of big city life. This brave art work implicitly addresses the urgency of women's rights and the dangers that arise when these rights are denied. It is indispensable for the self-determination, health and integrity of women worldwide. This courageous and narratively original work leaves a lasting impression. Congratulations on this impressive film.« (Die Jury)
up-and-coming Int. Film Award

Now and then
written & directed by Iván Melguizo (2003)
ES · 2024 · 9 min
»This film traces the circle of a relationship with a subtle and incredibly entertaining eye — with all the tender, painful, and contradictory moments in between. The precise rhythm and clever editing give the film a flowing, almost musical dynamic that allows viewers to feel closeness, distance, and change in a very short time. The two actors dance with impressive lightness across the dance floor of love in all its facets, from radiant attraction to quiet alienation. In this modern chamber play, the film makes use of the small space and every twist — right down to elegant and humorous costume choices, which playfully reverse gender roles in the end and question them in a refreshingly lighthearted way. A comedy that is a hymn togetherness, love and new chances.« (Die Jury)
up-and-coming Int. Film Award

When The Petals Fall
written & directed by Ka Hin Tsoi (2003)
HK · 2025 · 32 min
»This movie brings the best of filmmaking to life. There are topics about which one can hardly speak. It is even harder to make a film about such topics. The director of this movie dared to do so and created a wonderful short film. The movie brings us closer to the inner world of an old men, struggling with the darkest side of his personality. We enter this world through the eyes of a young boy. With great empathy the movie follows its protagonists. We see different generations, and the film is driven by the outstanding performances of its actors. The sensitive, almost lyrical camerawork gives the audience enough space to get close to these protagonists. This movie creates an incredible tension without striving for effects. It trusts his story and his actors. It’s not judging even though this film deals with an extremely sensitive matter. A masterpiece. « (Die Jury)
Special Mention

SWEET HEIST
directed by Ali Kisitu (1997)
written by Ali Kisitu, Isaac Muwonge
UG · 2024 · 15 min
»This Short Film is a Gift about the pure joy of filmmaking despite all resistance, experimentation, absurd comedy, and the question: what is actually my really good story?« (Die Jury)