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Nachbarschaft

Janis Marx

DE · 2012 · Homepage · 5 min

Festival 2013

Ein Mensch, der sich nutzlos fühlt, sucht sich etwas, das seinem Dasein in seinen eigenen Augen einen Sinn verleiht. Doch manchmal entpuppt sich die Therapie als Wurzel des Problems und der Mensch zerbricht an der Sache, von der er sich Erlösung versprochen hat. Klaus Vorstett (Name geändert) ist ein liebevoller Familienvater und Ehemann um die 40. Seit einigen Jahren ist er arbeitslos. Vor knapp einem Jahr entschließt er sich eine Ein-Mann Bürgerwehr ins Leben zu rufen. Seiner Meinung nach tut der Staat zu wenig für den Schutz seiner Bürger und seit der EU-Osterweiterung sieht er eine wachsende Gefahr für Einbrüche und Überfälle in seiner Nachbarschaft. Er will seine Familie und seine gutbürgerliche Umgebung beschützen. Wir begleiten Klaus in seinem alltäglichen Familienleben. Seitdem er seinen Job als Industriemechaniker verloren hat, bleibt viel Zeit um sich Gedanken zu machen. Während seine Frau arbeitet und die Kinder in der Schule sind, bereitet er das Essen vor und macht den Hausputz, etc. Abends begibt er sich mit scharfen Waffen in der Nachbarschaft Patroullie. Klaus ist wie seine Umgebung austauschbar. Niemals wird das Geschehen zeitlich und örtlich lokalisierbar. Klaus' trister Alltag spiegelt sich in den Bildern wider. Leere Räume und Naheeinstellungen von Belanglosem bestimmen das Bild. Die Familie bleibt ebenso gesichtslos wie der Protagonist. Bei NACHBARSCHAFT handelt es sich um ein Studentenprojekt der Hochschule Darmstadt (Digital Media Video). Die Produktion wurde innerhalb von sechs Tagen im Rahmen eines Intensivseminars abgewickelt.