Die Gewinner*innen des ersten Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreises:

Mit der Auszeichnung, die am 7. Juni 2019 im Literarischen Salon Hannover verliehen wurde, wurden Mireya Heider de Jahnsen, Studentin an der DFFB in Berlin, für LOST LUGGAGE sowie das Hamburger Autoren-Team Alexander Nickolai und Erik Zühlsdorf für ihre Version des Grimm'schen Märchenklassikers HÄNSEL UND GRETEL geehrt.

Mireya Heider de Jahnsen

LOST LUGGAGE

"Wir prämieren hier einen Katastrophenfilm ohne Katastrophe – jedenfalls ohne Katastrophe im On. Die Verheerung eines Flugzeugabsturzes trifft die Überlebenden. Wir sind nah dran, dringen durch Tiefenschichten der Charaktere – das ist die Beobachtungskunst der jungen Autorin, die heute Abend hier mit dem ersten Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis ermuntert wird, ihren ausgesprochen filmischen Blick weiter zu entwickeln. Wir freuen uns über originelle Figuren, Beziehungen und Bilder, die wir so noch nicht gesehen haben. Ebenso beeindruckt uns die Relevanz des Themas: Verlustangst und ihre Verdrängung in einer Zeit der totalen Mobilität. Worüber die Jury sich freuen würde, wäre eine weitere Ausformung der Konflikte und der überraschenden Wendungen."

Alexander Nickolai und Erik Zühlsdorf

HÄNSEL UND GRETEL

"Als zweites Drehbuch zeichnen wir einen kraftvollen Genre-Versuch aus, der uns in den Wald der Horror-Bilder führt. Der sehr eigene Sprachstil macht Lust auf diese Bilder: archaische Sätze, überraschend kruder Humor, die klare Einordnung in einen realen historischen Kontext beleuchten ein grausames, altes Märchen neu. Tatsächlich gelingt es dem Autorenteam, schon beim Lesen echten Horror zu erzeugen. Keine geringe Leistung für Nachwuchs-Autoren. Wir sind ebenso gespannt, was über den Märchen-Plot hinaus noch aus dem Stoff herausgeholt werden kann, wie Mythos und Historie sich noch enger verschränken lassen und welche Interpretation der Hexen-Figur in der heutigen Zeit Kinozuschauer faszinieren könnte."

Preisverdächtig!

In den letzten Tagen vor Ablauf der Einreichfrist für den ersten Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis und dann buchstäblich bis zur letzten Minute ging es Schlag auf Schlag:

Mit 159 Drehbüchern verbucht die in diesem Jahr erstmals vom Internationalen Film Festival Hannover up-and-coming ausgelobte Ehrung eine unerwartet hohe Beteiligung. Die Resonanz ist überwältigend und übertrifft jede unserer Erwartungen. Neben Einzelautor*innen bewarben sich auch Teams aus ganz Deutschland für die mit insgesamt 4.000 Euro dotierte sowie mit einer Autoren-Patenschaft verbundene Auszeichnung. Unter den Bewerber*innen sind Studierende so gut wie aller Hochschulen mit entsprechenden Angeboten. Das Altersspektrum reicht von 15 bis 27 Jahren. Auch hinsichtlich der vertretenen Genres und Längen sind die für den Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis eingereichten Skripte facettenreich. 20 der 159 Einreichungen schafften es auf die SHORTLIST!

Shortlist!

AFFENMÄDCHEN — ein Kurzfilm von Isabelle Caps-Kuhn, Ludwigsburg

ALPHA — ein Kurzfilm von Beverly Stura-Cura, Köln

AUF EX — ein Serienpilot von Laura Rabea Tanneberger, Berlin

BEWEIS VON DER EXISTENZ DER INSEL SAUDADIA — ein Langfilm von Constantin Maier, Hannover/Berlin

ENDE (AT) — ein Kurfilm von Jonas Thielcke, Freiburg

GOLDJUNGE (AT) — ein Langfilm von Tibor Kovac, München — nominiert für den Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis

HÄNSEL UND GRETEL — ein Langfilm con Alexander Nickolai und Eriks Zühlsdorf, Hamburg — Gewinner des Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreises

HURENKIND UND SCHUSTERJUNGE — ein Kurzfilm von Niklas Pollmann, Moringen

LILITH (AT) — ein Kurzfilm von Magdalena Jacob, Berlin — nominiert für den Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis

LOST LUGGAGE — ein Langfilm von Mireya Heider de Jahnsen, Berlin — Gewinnerin des Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreises

MORGENS, ABENDS, ESSEN, TRINKEN — ein Kurzfilm von Julian Schäfer, Ludwigsburg

NACHBILDER — ein Langfilm von Leif Brönnle, Dorfen

PEDRO — ein Kurzfilm von Florian Alexander Leppin, Tübingen — nominiert für den Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis

REFUGIUM — ein Langfilm von Susann Schadebrodt, Berlin

SIEBEN SEKUNDEN — ein Langfilm von Maria Hilbert, Berlin

SPIKED (AT) — ein Kurzfilm von Tim Brückmann, Weimar

THE BIG, BAD ... — ein Langfilm von Max Ahrens, Winsen

THE END — ein Kurzfilm von Benedikt Wronski und Milan Kiefer, Untereisenheim

TINNITUS — ein Langfilm von Max Benyo, Berlin

WARTEN (AT) — ein Kurzfilm von Max Rechtsteiner, Ulm — nominiert für den Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreis