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Die Preise im europäischen Wettbewerbsprogramm:

Im europäischen Wettbewerb vergab die Jury die 3 EUROPÄISCHEN FILM KOMETEN (je DM 3000) an die folgenden Filme:

Wind

(Ungarn, 6 Min, Regie: Marcell Ivànyi)

Im Bild: Drei Frauen. Ein einziger, langer/langsamer Kameraschwenk beginnt eine Geschichte zu erzählen.

"Ein Meisterwerk. Mit nur einem einfachen Kunstgriff - dem 180 Grad Schwenk - wird eine tragische Geschichte erzählt."

Lap Rouge

(Niederlande, 43 Min, Regie: Lodewijk Crijns)

Über mehrere Monate begleitet die Kamera zwei Brüder, die mit ihrer Mutter aus dem bourgeoisen Holland der End-50er-Jahre in ein entlegendes Dorf im Süden Frankreichs geflohen sind.

"Der Film fasziniert unaufhörlich durch die Verunsicherung des Zuschauers in seiner Wahrnehmung - ist es eine Dokumentation, oder doch gespielt!"

Out Of The Past

(Großbritannien, 13 Min, Regie: Gruppenarbeit / Alter der Jugendlichen: 10 Jahre)

Plätze/Häuser in London: Mit Hilfe von alten Photographien und Interviews mit alten Bewohnern geht eine Gruppe jugendlicher Drop-outs der Frage nach: was stand an diesem Platz früher.

"Der Film hat uns ebensoviel Spaß gebracht, wie denjenigen, die an seiner Entstehung beteiligt waren."

Preis der SPD im Europaparlament (DM 1000):

Collapse

(Großbritannien, 5 Min, Regie: Ben Ib)

Per Animation versucht COLLAPSE die tote Sprache der Liebe künstlich wiederzubeleben.

"Eine brilliant durchdrungene/entworfene Love Story, die Video-Technik effektiv einsetzt."

Der Preis der Kestner-Gesellschaft Hannover, die 'Fliegende Kamera' (DM 5000), wurde von der europäischen Jury an den folgenden Film vergeben:

Über die Kolonie

(Italien/Argentinien, 19 Min, Regie: Iván Marino)

Eine Dokumentation über Kinder in Argentinien, die ohne Vater in einem Heim aufwachsen.

"Ein authentischer und sehr persönlicher Film, der dem Zuschauer Verständnis/Einblick vermittelt."

Die Jury vergab eine lobende Erwähnung an die folgenden Filme:

Riante Contrée

(Frankreich, Regie: François Vogel)

Ein herausragender Cyberpunk-Animationsfilm, in dem Insekten die Medien übernehmen.

The Tragic Love Story of The Two

(Rumänien, Regie: Radu Muntean)

Eine perfekte Balance zwischen der Geschichte, die erzählt wird, und wie sie erzählt wird.

Camera

(Schweden, Regie: Gustav Thorsell)

Brillant, wie es dem Filmemacher gelingt, in den privaten Bereich von zwei Frauen vorzudringen, die er zuvor auf der Straße getroffen hat.

The Robbery

(Schweden, Regie: Josef Fares)

Eine clevere und amüsante Dimension des Geschichteerzählens.

Jahrtausendwende

(Deutschland, Regie: Maxi Bade)

Eine kesse und direkte Bestätigung der Wirkung von Zeit und Kamera auf die Realitätswahrnehmung des Zuschauers.

The Demon in my Pussy

(Großbritannien, Regie: Adam Clitheroe)

Der Film setzt sich mit der narzistischen Sexualität auseinander, ohne dabei voyeuristisch zu sein.

Killer Berberechos

(Spanien, Regie: Andre Cruz Shiraiva)

Ein phantasievoller und expressionistischer Gebrauch des Thriller-Genres.

Die Preise im deutschen Wettbewerbsprogramm:

Im deutschen Wettbewerb vergab die Jury 3 EUROPÄISCHE FILM KOMETEN ( je DM 3000) an die folgenden Filme:

Die deutsche Bankräuberin

Norbert Baumgarten (1973)

"Herausragend sind die subtile Erzählweise und das wirklich kongeniale Zusammenspiel von Form und Inhalt. Außerdem: ein überragender Darsteller."

Lucie

Philipp Kadelbach (1974)

"Virtuos gedreht und geschnitten, bestechenden in der Erzählweise - und die eigene Wahrnehmung hinterfragend."

Miracles

Dennis Jacobsen (1976)

"Dieser atemberaubende Trickfilm wurde mit großer Ausdauer und viel Liebe zum Detail inszeniert. Der Preis soll diesen jungen Regisseur ermuntern, unbedingt weiterzumachen. Es ist sein Erstlingswerk."

Die Jury vergab zwei Nachwuchs-Förderpreise (6-wöchige Hospitanz): Preis des NDR:

Flirrulenz

Petra Schröder (1974), Anja Perl (1972)

"Ein faszinierender Animationsfilm über die Liebe zweier Knetfiguren, die gefangen sind in einem Gestrüp von Spaghetti mit Sauce."

Preis des ZDF:

Die bösen Bären

Lina und Eva Ridl (1979/1980)

"Ein böser Film, unpathetisch, hintergründig, der Anti-Steif-Tier-Film schlechthin. Dazu noch eine tierische Ästhetik."

Weitere Preise:

Spezialpreis der deutschen Jury, gestiftet von der Kestner Gesellschaft (Grafik von Jacob Mattner: 'Wo treffe ich Vertov'):

Stubenfliege

Silvia Schopf (1970)

"Besessen und experimentierfreudig"

Preis des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Hannover (DM 1000):

Das Gefühl des Lebens

Mario Hoffmann (1979)

"Ein konventionell erzählter Dokumentarfilm, der aber ganz auf die Ausstrahlung und die Kraft der Hauptdarstellerin vertraut."

Preis der SPD im Europaparlament (DM 1000):

Killer

Alejandro Cardenas (1977)

"Eine Groteske, die auf eine besonders feinfühlige Weise auf einen Typus Mensch eingeht."

Preis des niedersächsischen Kultusministers (DM 1000):

Mooman

Nils Loof (1970)

"Eine Beziehungskiste, leicht erzählt, originell in der Auswahl der Schauplätze, modern und nostalgisch, komisch und tragisch, schüchtern und verlegen. Und: ein absoluter Publikumsliebling auf dem Festival."

Preis des Medienhauses für KUNST & KULTUR in Hannover (Aufnahme- und PostProduktion in einem Videostudio):

Twist mit Antje

Felix König (1972)

"Authentisch, spontan und ironisch - denn das Gute lauert überall, mal in Form einer Beefy-Salami, mal in Form einer Spende für Greenpeace."

Lobende Erwähnungen (Auszeichnung mit Urkunde):

Jochen gruselt's nicht

Filmgruppe Geretsried (1981-1984)

"Das Märchen eines Jungen, der sich vor all den Horrorgestalten nicht fürchtet, die uns die Kindheit versaut haben. Gut getimed und professionell gemacht."

Der allerletzte Knall

Junge Strafgefangene (1973-1976)

"Ein Zeichentrickfilm, realisiert von einer Gruppe junger Strafgefangener. Ihre Talente sollten gefördert werden, außerhalb des Gefängnisses."