"Angstessen Kino auf"

zu Gast im Vorprogramm des Filmfestivals 2024: Pauline Roenneberg und Eileen Byrne

Dein Abschlussfilm für die Hochschule ist abgedreht, der Bachelor oder Master in der Tasche und dein Kopf ist voll von ungewöhnlichen Stoffen für den eigenen Debüt- oder Folgefilm… doch du läufst gegen die Wand. Denn: kein Verleiher und Sender hat Interesse an Investition in innovatives Kino. In ihrem Appell „Angst essen Kino auf“ präsentieren die Regisseurinnen und Autorinnen Eileen Bryne und Pauline Roenneberg die Hindernisse, die sich dem deutschen Filmnachwuchs in den Weg stellen. Wir sprachen mit den Gründerinnen der Initiative „Junger deutscher Film 2023“ über fehlende Risikobereitschaft, Nachwuchsförderung und die Zukunft des deutschen Kinos.

 

Pauline Roenneberg studierte Regie an der HFF München und schloss 2018 ihr Studium mit der vierteiligen Dokumentarserie „früher oder später“ ab, die u. a. mit dem 'Förderpreis Dokumentarfilm' auf dem DOK.fest München und dem 'No Fear Award' bei First Steps ausgezeichnet wurde. Seit ihrem Abschluss arbeitet sie als freie Regisseurin und Autorin - im Juni 2023 feierte beispielsweise die Serie „Farm Rebellion“ auf Disney + Premiere, bei der sie in Zusammenarbeit mit Doris Dörre zwei Folgen realisierte. Angesichts der schwierigen Lage des deutschen Nachwuchs-Kinos formulierte Pauline Roenneberg zusammen mit ihren Regie-Kolleginnen Eileen Byrne und Franziska Margarethe Hoenisch im Frühjahr 2023 den Appell „Angst essen Kino auf“, der von den Weichensteller:innen der Filmlandschaft mehr Mut und Risikobereitschaft für das Kino forderte. Innerhalb weniger Wochen unterzeichneten über 1200 Filmschaffende den Appell, darunter bekannte Regisseur:innen wie Margarethe von Trotta, Volker Schlöndorff, Caroline Link und Dominik Graf. Seither setzt sich die Initiative für eine Verbesserung der Fördersituation im Nachwuchsbereich ein.

 

Eileen Byrne — Nach mehreren Praktika bei Filmproduktionen, Ausflügen in die Performing Art, die Theaterwissenschaften und in die Kunstgeschichte, studierte Eileen Byrne an der HFF München und an der ESAV Toulouse Regie. Ihr Abschlussfilm WAS BLEIBT (engl. TOUCH ME) war für den Studentenoscar und den First Steps Award nominiert und lief unter anderem beim Camerimage Int. Film Festival, Max Ophüls Preis und in Palm Springs. Im Juni 2022 wurde ihre Folge der dokumentarischen Serie BROTREBELLEN „Nicolas Supiot und die Alchemie des Backens“ auf ARTE ausgestrahlt. Zusammen mit ihren Regie-Kolleginnen Pauline Roennberg und Franziska Margarethe formulierte Eilleen Hoenisch im Frühjahr 2023 den Appell „Angst essen Kino auf“, der von den Weichensteller:innen der Filmlandschaft mehr Mut und Risikobereitschaft für das Kino forderte und der biser 1200 Unterzeichnende fand. Zurzeit dreht sie ihren ersten Langspielfilm „Marianengraben“, für den sie - basierend auf dem gleichnamigen Spiegel-Bestseller von Jasmin Schreiber - auch das Drehbuch geschrieben hat.