Schülerinnnen und Schüler als Filmkriter 4

„51 Euro“

In dem 11-minütigen Kurzfilm ,,51 Euro” von Marco Eisenbarth und Enkelejd Lluca geht es um den Immigranten Sefu Okpara aus Simbabwe der seit acht Jahren in Frankfurt am Main lebt. Er versucht mit allen Mitteln die Abschiebung zu verhindern, doch aufgrund der deutschen Gesetze und der Hürden des Bleiberechts scheint dies unmöglich. Mittlerweile hat er zwei Arbeitsplätze, doch das Geld reicht noch immer nicht. Er versucht seinen Arbeitgeber dazu zu bewegen ihm noch mehr Überstunden zu bezahlen, doch Sefu arbeitet inzwischen das Maximum an Überstunden. Trotz seines Flehens, kann sein Arbeitgeber ihm nicht helfen, da er sich ansonsten selber strafbar machen würde. Also versucht Sefu durch Anzeigen in der Zeitung noch einen dritten Job zu finden. Er probiert es letztendlich bei allen Angeboten die es gibt, doch niemand hat mehr einen Job für ihn.
Schließlich geht er Blut spenden, und bekommt dafür die ihm fehlenden 51 € bar auf die Hand. Mit diesem Geld geht er nun zu der Beamtin. Er legt ihr das Geld bar auf den Tisch, doch sie meint, dass das nichts nützen würde, weil er ihr ein feste Verdienstquelle nachweisen muss. Wenn er dazu nicht in der Lage sei, müsse sie die Ausweisung in acht Wochen einleiten. Sefu ist nur noch verzweifelt, und versteht nicht, wieso er ausgewiesen wird, obwohl er doch keine Last für den Staat ist, da er alles Geld beisammen hat.
Ich finde diesen Kurzfilm aus vielen Gründen sehr gut. Zum einen ist er sehr gut gemacht, und auch die Schauspieler verkörpern ihre Rolle unheimlich gut. Besonders das Schlussbild gefällt mir durch den starken Kontrast sehr gut, wo man Sefu zutiefst verzweifelt auf einer Brücke sieht, im Hintergrund ein Feuerwerk, fröhliche und johlende Menschen.
Andererseits spricht der Film auch ein leider sehr ernstes und aktuelles Thema an, nämlich, dass es für Immigranten in Deutschland fast unmöglich ist zu bleiben, und wenn überhaupt nur unter der Bedingung schwer und unglaublich viel zu arbeiten. Ich finde in diesem Film wird einem erst deutlich wie schwer es solche Personen haben, und ich finde auch die Darstellung durch David Wurawa unheimlich bewegend. Man hat gemerkt, dass ihm solche Gefühle nicht fremd sind. Allein die Tatsache ,dass ,,51 Euro“ mir Tränen in die Augen hat kommen lassen, und dass er eine Bekannte, die dasselbe Schicksal durchmachen musste, so sehr an diese Zeiten erinnert hat, dass sie nur noch hemmungslos schluchzend neben mir saß, hat ihn für mich zum besten und bewegendensten Film des gesamten up-and-coming-Film-Festivals 2009 gemacht.

Gesine Köster-Ries, Leibnizschule Hannover