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Volker Engels Produktionsfirma: Uncharted Territory

 

Volker Engel

Volker Engel wurde durch den Film "Independence Day" bekannt. Für die Special Effects erhielt er den "Oscar" in der Funktion als "Visual Effects Supervisor". Anschließend wirkte er auch am Film "Godzilla" mit.

Sein erster Film war ein Animationsfilm mit dem Titel "Das Wüstenrennen" und wurde auf dem "Ersten bundesweiten Schülerfilmfestival" (dem späteren up-and-coming Festival) gezeigt.

Fragen, Fragen ... Fragen

up-and-coming:

Wie bist Du zur Filmarbeit gekommen?

VE:

Ich habe seit frühester Kindheit das Kino geliebt und habe mir als ich 14 Jahre alt war vom Konfirmationsgeld eine Super 8 Kamera gekauft.

up-and-coming:

Wie sahen Deine ersten Filmversuche aus?

VE:

Mein erster Film war ein Animationsfilm mit Spielzeugautos und hiess "Das Wüstenrennen", er wurde damals auf dem "Ersten bundesweiten Schülerfilmfestival" (dem späteren "up-and-coming" Festival) akzeptiert und vom Publikum sehr gut aufgenommen, was mir sehr viel Antrieb gab.

up-and-coming:

Welche Filmemacher/Filme haben Dich beeinflusst?

VE:

In erster Linie Amerikaner wie Lucas und Spielberg, ich liebe aber auch Wilder (natürlich kein Amerikaner) und die frühen Streifen von Frank Capra, wie "It happened one night". Umso treffender, dass ich gerade mein Büro im Capra Gebäude auf dem Gelände des Sony Filmstudios habe. Das sind die früheren MGM Studios.

up-and-coming

Bevor Du an "Independence Day" mitgearbeitet hast, warst Du Dozent. Man liest, das Du mit einem Team, welches aus deinen Studenten bestand nach Amerika gegangen bist um die Effekte für ID-4 zu machen. Das klingt mehr wie ein Experiment und wenig professionell. Wie war das damals?

VE:

Roland Emmerich fragte mich vor "Independence Day", ob ich nicht noch ein paar Leute aus Deutschland mit nach Hollywood bringen wollte. Ich unterrichtete zu der Zeit gerade an der Filmakademie Baden Württemberg und kannte dort einige sehr begabte Studenten, von denen die meisten allerdings schon in irgendeiner Form vor oder während des Studiums 'beim Film' tätig waren (also keine blutigen Anfänger waren). Mein Hauptaugenmerk bei der Auswahl galt den Studenten, die absolut Teamwork-fähig waren. Ich habe in Ludwigsburg ein Treffen mit den Studenten und Roland Emmerich organisiert und er gab 'grünes Licht'. Ich habe allerdings später immer wieder Presseberichte gelesen, die annähmen liessen, dass ein Teil der Effekte von "ID4" an der Filmakademie gemacht worden waren - das ist natürlich Unsinn. Ich habe die Leute persönlich ausgewählt (zunächst waren es 7, dann kamen später noch 3 dazu - 2 Studenten waren bereits in L.A. um ein Praktikum zu machen, einer von beiden ist mein jetziger Businesspartner Marc Weigert).

Eine Geschichte, die ich niemals in der Presse las ist folgendes Einzelschicksal:

Unter ihnen war ein wahnsinnig begabter junger Mann, namens Stefan Herrmann, der kurz nach Fertigstellung des Films leider den Kampf gegen ein schweres Krebsleiden aufgeben musste. Roland Emmerich hat genialerweise lange vor dem offiziellen Start ein Screening des Films in Deutschland für ihn organisiert, so dass er mit Freunden und Familie seine fertige Arbeit sehen konnte.

up-and-coming:

Wie kommst Du zu den Ideen für Deine Filmarbeit? Was inspiriert Dich?

VE:

Die Inspiration kann von überall her kommen. Für unseren ersten Spielfilm, „Coronado“, kam die Inspiration z.B. durch die "Tim & Struppi" Comics, die ich in meiner Kindheit geliebt habe.

up-and-coming

Du arbeitest zur Zeit wieder mit Roland Emmerich zusammen. Der Film heisst "2002". Kannst Du mehr darüber erzählen? Wann wird er fertig sein?

VE:

Obwohl es sich um einen waschechten Katastrophenfilm handelt, geht es doch eigentlich sehr viel um zwischenmenschliche, vor allem familiäre Verbindungen zwischen Menschen. Es handelt sich um eine 200 Millionen-Dollar Hollywood Produktion bei der mein Businesspartner Marc Weigert und ich Co-Produzenten und Visual Effects Supervisor sind. Der Film wird im November weltweit in die Kinos kommen.

up-and-coming:

Hast Du eine spezielle Arbeitsmethode?

VE:

Mit unserer Firma Uncharted Territory bauen wir für ein Projekt jeweils ein interne Visual Effects Company auf, sind als Produzenten oder Co-Produzenten aber auch an vielen logistischen Entscheidungen beteiligt. Nach unserem ersten Film haben wir das bei zwei TV-Mehrteilern gemacht und schliesslich jetzt auch bei „2012“ – dort arbeiten wir allerdings auch mit 12 weiteren Visual Effects Firmen mit insgesamt über 1000 Artists zusammen. Generell sind wir sehr organisiert und planen alles genau durch.

up-and-coming

Wie unterscheidet sich die Arbeit eines Produzenten von deinen bisherigen Aufgaben?

VE:

Als Produzent trägt man viel mehr Verantwortung und ist an viel mehr Entscheidungen beteiligt – im Fall von unserem ersten Film „Coronado“ habe ich auch das Drehbuch mit Marc Weigert und dem Regisseur Claudio Fäh zusammen geschrieben. Bei „2012“ sind wir sehr viel mehr in Produktionsmeetings einbezogen, denn wir sind schliesslich für ein Driittel des Budgets verantwortlich.

up-and-coming:

Welche Fehler sollte ein Nachwuchsfilmer nicht machen?

VE:

Einen solide Grundausbildung sollte niemand ignorieren - Film hat einfach viel mit Handwerk zu tun. Teamwork zu lernen ist das A und O bei grösseren Produktionen - der Punkt "Kommunikation" wird von Nachwuchsfilmern immer gern unterschätzt. Nur wenn das ganze Team am selben Strang zieht, kommt ein guter Film dabei heraus. Im Filmbusiness begegnet man auch vielen Schaumschlägern, die zwar ein grosses Mundwerk aber noch nichts zustande bekommen haben. Als Nachwuchsfilmer ist es zwangsläufig schwieriger einzuschätzen, wen man da vor sich hat. Ich kann nur empfehlen sich niemals nur auf Versprechen zu verlassen – es sind wie so oft die Taten und vor allem Ergebnisse, die zaehlen. Ausserdem habe ich im Laufe meiner eigenen Karriere immer wieder erlebt, dass Nachwuchsfilmer sich in zwei Gruppen unterteilen: Die Gruppe der Macher und die Gruppe der reinen Fans. Es ist zwar immer gut Vorbilder zu haben, zu denen man aufschaut – aber man sollte trotzdem der Macher mit einer eigenen Vision bleiben und nicht zu lange im Lager der Fans bleiben.

Bio- / Filmografie
1965 Geboren in Bremerhaven
1988/89 Visual Effects-Supervisor "MOON 44" (BRD)
1991 Modelltricks für "UNIVERSAL SOLDIER" (USA)
1991 Diplom in Graphik Design (Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart)
1991/92 2 Semester Projektstudium "Animation" (Filmakademie Baden Württemberg)
1992-94 Lehrender im Projektstudium "Animation" (Filmakademie Baden Württemberg)
1993 VFX-Supervisor "DER LETZTE KOSMONAUT" (TV-Movie, BRD)
1994 VFX für "SCHLAFES BRUDER" (BRD)
1994 VFX für "DREI TAGE IM APRIL" (TV-Movie, BRD)
1995 "INFERNO" - Drehbuch für einen abendfüllenden Spielfilm
1995/96 VFX-Supervisor "INDEPENDENCE DAY" (USA)
1997 "OSCAR" für INDEPENDENCE DAY
1997/98 VFX-Supervisor "GODZILLA" (USA)
1999 Gründung der Produktionsfirma "Uncharted Territory" in Los Angeles
2002 Produktion/Drehbuch/VFX-Supervisor fuer “Coronado” (USA)
2004 Produzent/VFX-Supervisor “DIE NIBELUNGEN” (TV Zweiteiler, USA/BRD)
2006 Co-Produzent/VFX-Supervisor “BERMUDADREIECK”(THE TRIANGLE, TV Dreiteiler, USA)
2009 Co-Produzent/VFX-Supervisor “2012” (USA)
 
 
Auszeichnungen
1997 Academy Award für INDEPENDENCE DAY
Saturn Award für INDEPENDENCE DAY
Sci Fi-Universe Award für INDEPENDENCE DAY
Nominierung für den Britischen Academy Award für INDEPENDENCE DAY
1998 Bundesverdienstkreuz durch Bundespräsident Herzog
Saturn Award für GODZILLA
2006 Emmy für BERMUDADREIECK (The Triangle)