Is It Just Me?

GB · 2015 · · 5 min

Jamie Kendall

Festival 2015

Jury im Deutschen Wettbewerb: v.l.n.r. Helene Grass, Peter Hartig, Karin Dix, Violetta Schurawlow, Florian Gärtner; Foto: Knut Krafft
Foto: Knut Krafft
Melanie Waelde "Like in Africa" (Foto: Knut Krafft)
Friedrich Tiedtke "Zuhause" (Foto: Knut Krafft")
Joana Stamer "Reynke de vos" (Foto: Knut Krafft)
Fion Mutert und Lotta Schwerk: "Okay" (Foto: Knut Krafft)
Nick Prahle: "Urbane Bedriedigung - Frei nach Kafka" (Foto: Knut Krafft)
Jury im Internationalen Wettbewerb: v.l.n.r. Federico Lamas (Buenos Aires), Stefano Miraglia (Cambridge), Peter Murdmaa (Tallinn), Asako Fujioka (Tokyo) - Foto: Knut Krafft
Kwan-Fai Lam und Jessica Poon: "April 21" (Foto: Knut Krafft)
Xavier Leprince: "le lien défait" (Foto: Knut Krafft)

FilmKometen vergeben: die u-a-c Preisträger 2015

Den Deutschen Nachwuchsfilmpreis 2015 vergab die Jury gleichwertig an:

"Like in Africa" von Samuel Hölscher und Melanie Waelde (*1993) aus Berlin, an "Zuhause" von Friedrich Tiedtke (*1991) aus Bohnert und an "Reynke de vos" von Joana Stamer (*1990) aus Hannover.

"Like in Africa" beschreibt das Leben einer Flüchtlingsfamilie aus Gambia in einem kleinen schwäbischem Dorf. "Mit viel Empathie, Respekt und wunderbarerweise auch mit Humor schildert das Filmteam das tägliche Leben, das Ankommen - und das Fremdbleiben. Wie zum Beispiel sehr eindrücklich und berührend beim Martinsumzug oder beim täglichen Gebet. Samule Hölscher und Melanie Waelde haben uns mit ihrer sensiblen und unvoreingenommenen Erzählweise sehr beeindruckt", so die Jury.

Friedrich Tiedtkes "Zuhause" überzeugte die Juroren mit seiner sorgfältig komponierten Bildsprache: "ZUHAUSE beschreibt die Flucht einer jungen Frau aus einer gewalttätigen Beziehung in die vermeintlich heile Welt ihrer Familie.Mit wenigen Worten erschafft der Regisseur und Autor eine intensive Atmosphäre, die den Kontrast zwischen weihnachtlicher Idylle und den Abgründen eines Familienlebens glaubwürdig nachvollziehen lässt. Uns hat der Film sehr berührt."

Die Jurybegründung für "Reynke de vos": "Ein roter Wollstich durch ein weißes Tuch-mit minimalen Mitteln und ungewohnten Bildern erzählt Joane Stamer in ihrem Filmprojekt über die Findung und Verwerfung ihres Projekts zu ihrem Lieblingstier,Reineke Fuchs zu schaffen. Es ist eine Geschichte der Hoffnung,des Scheiterns,des Wiederaufstehens und des Weitermachens. Der Erzählstil der Künstlerin ist schonungslos im Umgang mit sich selbst,selbstironisch,reflektiert. Mit originellen Bild-Kompositionen entführt sie ihre Zuschauer in irrealec Welten und verliert nie ihren ganz eigenen roten Faden."

Der Deutsche Nachwuchsfilmpreis wird drei Mal vergeben. Alle Auszeichnungen sind gleichwertig und mit jeweils 2.000 Euro dotiert; Preisstifter ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Auszeichnung geht außerdem mit einer Produzentenpatenschaft einher. Die diesjährigen Paten sind Jochen Laube, Peter Hartwig und Mike Dehghan.

Spontan entschloss sich die Jury, einen Sonderpreis an Lotta Schwerk (*1998) aus Berlin für "Okay" zu vergeben: "Bunt, lebensfroh und authentisch, charmant und direkt erzählt Lotta Schwerk vom erstem Verliebtsein, Coming-out und Freundschaft, kurz und auf den Punkt.Wir waren von dem Charme und der Direktheit des Dreiminüters so angetan, das wir dafür einen Sonderpreis ins Leben riefen."

Als Pate wird Juror Florian Gärtner Lotta bei ihren kommenden Projekten begleiten; sie erhält außerdem ein von allen Juroren privat gestiftetes Preisgeld von 500 Euro. Eine lobende Erwähnung ging zudem an "Otto der Fresssack" von Lina Terechin (*2005) aus Reutlingen.

Mit dem vom BMBF mit 1.000 Euro dotierten Bundes-Schülerfilm-Preis wurden Nick Prahle und Luis Viera Heine (*1996) vom Heilwig-Gymnasium aus Hamburg und ihr Film "Urbane Befriedigung - Frei nach Kafka" geehrt. Ihre sehr freie Adaption mehrerer Erzählungen des Autors werfe einen neuen Blick auf die 'Klassiker', so die Juroren. Überzeugt haben Nick und Luis auch mit ihrer eigenwilligen Bildsprache sowie den musikalischen und tänzerischen Einlagen.
Die Juroren im deutschen Wettbewerb waren Karin Dix, Peter Hartig, Florian Gärtner, Helene Grass und Violetta Schurawlow.

Der International Young Film Makers Award 2015 ging an Jessica Poon (*1990) aus den USA für "April 21", an "le lien défait"von Xavier Leprince (*1989) aus Frankreich sowie an Cerise Lopez und Agnes Patron (*1987) für "Chulyen, historie de corbeau", ebenfalls aus Frankreich.

"April 21" sei ein phantasievoller und persönlicher Film, in dem Jessica die Balance zwischen dem Formalistischen und dem Narrativen finde, so die Juroren. Besonders bemerkenswert an "le lien défait" fanden sie, wie Xavier mit Details eine einzigartige Vision geschaffen habe."Chulyen, historie de corbeau" hingegen bewunderten die Juroren für seine Vielschichtigkeit: "Ein Film, an den man sich, wenn man ihn ein mal gesehen hat, erinnern wird. Wie an einen Traum."

Der International Young Film Makers Award ist nicht dotiert, geht jedoch mit der Aufnahme in das von up-and-coming initiierte Netzwerk MASTERCLASSfilm einher. Lobende Erwähnungen gingen außerdem an "Ecce Homo" von  Dimitar Kutmanov (*1988) aus Bulgarien, "Que dia é hoje?" vom Colectivo Fotograma 24 aus Portugal und an "Senior Teacher" von Sha Mo (*1990) aus China.
Die Juroren im internationalen Wettbewerb waren Stefano Miraglia, Peter Murdmaa, Federico Lamas und Asako Fujioka.

 

 

Willkommen

Zum 13. up-and-coming Int. Film Festival Hannover 2015.

Aus 3004 Bewerbungen aus 57 Ländern wurden 157 Filme ausgewählt.Davon laufen 75 Filme im deutschen Wettbewerb; 82 im internationalen Wettbewerb.Alle Filme werden vor Publikum und Live-Jury präsentiert. Programmzeiten täglich von 10 bis 23 Uhr. Tickets gibt es nur am Counter des Festivals: Kulturzentrum PAVILLON.